Samstag, 1. Oktober 2016

Läuft wie geschmiert - Produktvorstellung Scottoiler eSystem V2

November 2013

Max war es so leid! Diese nicht enden wollenden Spötteleien. Nur, weil alle anderen Redaktionsmitglieder von Motorrad-Tourer.com beim Antrieb ihrer zweirädrigen Untersätze auf Kardan oder Riemen vertrauen, musste er sich immer wieder hochnehmen lassen.


Seine Speed Triple fuhr allen anderen nicht nur auf und davon sondern auch um die Ohren, wenn es sein musste. Aber am Ende eines langen Tourtages, während sich fast alle schon dem Abendessen und einem kühlen Getränk zuwandten, zog es Max regelmäßig nochmals mit einer Dose Kettenspray zu seinem Motorrad. Und auf ausgiebigen Regenetappen konnte man dieses Bild auch schon so manches Mal zwischendurch sehen. Also, so sein Entschluss, muss irgendwann ein Kettenschmiersystem her.

 

Max hatte schnell die Produkte des Marktführers Scottoiler im Auge und schwankte zwischen der klassischen Unterdruck- und der neueren elektrischen Version hin und her. Letztendlich war ihm auch klar, dass er als IT-Spezialist nicht wirklich am elektronisch geregelten System vorbeikommt, auch wenn dieses System mit etwa 280 Euro etwa doppelt so teuer ist wie die Unterdruckversion.

 

Gespannt blicke ich ihm über die Schulter, als Max das Päckchen öffnet. Sofort fallen uns umfangreiche Einbauhinweise- und anleitungen mit sogar motorradtypen-spezifischen Positionierungsvorschlägen auf. Leider stimmt keiner dieser Vorschläge mit der Idee von Max überein, da er den Vorratsbehälter doch viel lieber weil kaum sichtbar an der Querstrebe unter der Sitzbank verstauen wollte. Physikalische Bedenken, ob denn eine waagerechte Anbringung nicht unter Umständen zu einem unerwünschten Unterdruck mit Bläschenbildung im Gehäuse und Schlauch führen könnte, sind schnell und wie ein Lausbub grinsend beiseite gewischt: Wo bliebe denn da der Spaß, wenn man nicht auch einfach mal etwas ausprobieren würde?


 


Schnell sind die Anbauteile sinnvoll angeordnet vorbereitet und bereitgelegt. Dann wird quasi rückwärts, beginnend mit der Position, an der die Kette künftig mit Öl versorgt werden soll, der Schlauch an den Rahmenrohren entlang verlegt und dort mit den beigefügten Kabelbindern befestigt. Auch die Halterung für den Vorratsbehälter ist ebenfalls mit Kabelbindern zügig in der Wunschposition angebracht.



 


Da man im Alltag das mitgelieferte Display nicht ständig im Auge haben muss, wird es flugs mit den beigefügten Klett-Klebebändern unter der Sitzbank direkt neben der notwendigen Stromversorgung verstaut und damit vor neugierigen Blicken geschützt. Dieses Displaygehäuse stellt darüber hinaus auch das Herzstück der Anlage dar, beinhaltet es doch die elektronische Steuerung für die nicht permanent laufende Ölpumpe: Beschleunigungssensoren signalisieren dem System akuten Schmierbedarf an der Kette, der dann auch direkt bedient wird. Steht man dagegen an der roten Ampel, wird derweil die Ölversorgung eingestellt und damit ein unschönes Ölbad für Felge und Reifen wirksam unterbunden.

 




Bei gefülltem Vorratsbehälter soll bei einer vom Hersteller empfohlenen Frequenz von einem Tropfen etwa alle 60 Sekunden die Kettenpflege für etwa 6000 km gesichert sein. Natürlich müssen wir auch hier ein wenig herumspielen und reduzieren die Häufigkeit der Ölversorgung um die Hälfte, so dass es im Fahrbetrieb nur etwa alle 2 Minuten neues Schmiermittel für die Kette gibt. Auch dabei macht diese einen wunderbar gefetteten Eindruck, ohne dass der Rest des Motorrads in ein Ölbad getaucht wird.

 



Das gilt auch für Regenfahrten, bei denen unser System ebenfalls einwandfrei funktioniert.

 

Wie lautet das Fazit nach etwa 2500 gefahrenen Kilometern? Max sitzt mittlerweile am Ende einer Tour als erster auf dem besten Platz am abendlichen Esstisch: dicht genug am Buffet, um schnell an alle Köstlichkeiten heranzukommen und weit genug entfernt, um uns nicht bedienen zu müssen. Sein Kettenschmiersystem funktioniert so gut, dass er nur noch ganz selten Zeit aufwendet, um sich mit prüfendem Blick seiner Kette zu widmen. Ob das System, wie mancherorts behauptet, sogar ein längeres Kettenleben ermöglicht, werden wir wahrscheinlich nie wirklich herausfinden: Zu viele Faktoren wie Fahrgewohnheiten, Wetterverhältnisse und ansonsten betriebener Pflegeaufwand spielen hier eine Rolle. Aber schon allein die Tatsache, sich nicht mehr gesondert und so häufig seiner Kette widmen zu müssen, vergrößern jedenfalls bei Max den Spaß am Motorradfahren deutlich.

Ach, ja: Natürlich lässt sich die Physik auch nicht durch lausbubenhafte Probierfreude außer Kraft setzen: Tatsächlich zieht der waagerechte Einbau des Vorratsbehälters die Bildung einiger ab und an auftretender Luftblasen nach sich. Obwohl das an der Speed Triple von Max aber zu keinen sicht- oder spürbaren Einschränkungen der Kettenschmierung führt, wäre Max nicht Max, wenn er nicht seinem Perfektionsanspruch folgen und den Tank in diesem Winter an eine der vom Hersteller vorgeschlagenen Positionen anbringen würde: Manchmal darf man den Bedienungs- und Anbauhinweisen von Produktherstellern also doch auch glauben... ;-)

 

In jedem Fall bekommt das elektronische Scottoiler eSystem V2 von uns wegen seiner auch für handwerklich weniger geschickte Menschen einfachen Montage mit sehr verständlicher Anbauanleitung, seiner leichten und eindeutigen Bedienung und der sehr guten Funktionsfähigkeit 5 von 5 möglichen LikeBikes und den Status als Motorrad-Tourer.com-Tipp! noch obendrein verliehen.








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